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Hessenschach 10/18 | Drucken |
Donnerstag, den 09. September 2010 um 06:21 Uhr
  • Landestrainer Reschke im Chess Tigers Training Center
  • Quo vadis, Goldener Springer?
  • 4er Pokal Finale in Gernsheim
  • Schloßpark Open 2010
  • 17. Bensheimer Active-Chess-Open
  • 7. LGA Premium Cup in Nürnberg
  • Zum Saisonbeginn: das hessische Schachprofi- Modell


Landestrainer Reschke im Chess Tigers Training Center

17 Teilnehmer, an einem an Schachveranstaltungen nicht armen Wochenende, bezeugen weiter den Aufwärtstrend, den die Macher im Bad Sodener Chess Tigers Training Center vorweisen können.

"Einführung in Königsindisch" stand an diesem Wochenende auf dem Programm, und wenn der FIDE-Meister-Macher des Verbandskaders persönlich den Überblick gibt...na, da muss man halt hin!

zum Bericht -> http://www.chess-tigers.de/index_news.php?id=2161&rubrik=2

Getoppt wird das Thema in ca. 10 Tagen, wenn zwei weitere Trainer- Schwergewichte ihren Auftritt in Bad Soden haben werden.

IM Mark Dvoretsky, seit fast 40 Jahren als Schachtrainer unterwegs, wird die Prophylaxe in allen Phasen der Schachpartie beschreiben und man darf gespannt sein, wie einer der besten seines Faches sich des Themas annimt.

Einer seiner Schüler, man glaubt es kaum, GM Arthur Jussupow, wird an gleicher Stelle über den "Kampf um die Initiative" referieren.

Zur Anmeldung geht's hier entlang -> http://www.chess-tigers.de

 

Quo vadis, Goldener Springer?

Offiziell, wenn man denn so davon sprechen kann, 28 Teilnehmer nahmen in diesem Jahr den Kampf um den Hessischen Einzelpokal auf. Es kommt mindestens noch der Titelverteidiger FM Hagen Poetsch hinzu, der zur Zeit in Budapest in einem GM- Turnier an seiner Titelnorm arbeitet. Viel  Erfolg dazu!

Drei Standorte hat es dafür gebraucht, Kassel, Wetzlar und Rossdorf (bei Darmstadt!) um 11, 12 und 5 Spieler antreten zu lassen. Der eine oder andere Verantwortliche vor Ort wird ob des für ihn sinnlos vertanen Samstagnachmittags nicht nur leise geseufzt haben.

Als aussichtsreichste Kandidaten, die dem Projekt Titelverteidigung des Neu- Schöneckers etwas entgegenzusetzen haben, gelten sein Klubkamerad Michael Stockmann und aus Baunatal Andrey Cherny. Auch der Pokalsieger von 2007/8, Ludwig Czech aus Offenbach, ist noch in der Auslosung mit dabei.

Basierend auf den Angaben aus den Standorten gibt es eine komplette Teilnehmerliste, sofern einzelne Namen nicht vom Verband zurückgehalten werden, alle Ergebnisse, einige Partienotationen und wie stets einen historischen Abriss unter

-> http://hessische.schach-chroniken.net/50gs__historie.htm

 

4er Pokal Finale in Gernsheim

Am letzten August- Wochenende, also zum Saisonabschluß, fand im südhessischen Gernsheim das Pokalfinale im 4er- Vereinspokal statt.

Qualifiziert hatten sich für dieses Endspiel 14 Tage zuvor der jetzige Gastgeber aus dem Bezirk Starkenburg, der SK 1980 Gernsheim, in einem Heimspiel gegen den SK Bad Homburg 1927, das man mit 2,5-1,5 gewann.

Der neue Pokalmeister aber kommt aus dem Bezirk Bergstraße und heißt SG Bensheim 1931! Nachdem man in Frankfurt im Halbfinale die wichtige Hürde König Nied genommen hatte, folgte nun wieder auswärts, aber fast um die Ecke, der entscheidende Sieg gegen Gernsheim.

Mit Gerhard Bosbach, Harald Stelzer, Thomas Ettel und Manfred Hempel konnte Bensheim mit einem 2,5- Sieg zum ersten Mal, mehr geben die historischen Unterlagen momentan nicht her, diesen Mannschaftstitel an die Bergstraße holen.

Herzlichen Glückwunsch zum Titelgewinn und beiden viel Erfolg auf Bundesebene!

-> http://hessische.schach-chroniken.net/50vp4_historie.htm

 

Schloßpark Open 2010

Das Wiesbadener Schloßpark- Open ist zu einem Schnellturnier mutiert, aber anders als wenige Wochen zuvor beim Übungsturnier Hessische Schnellschachmeisterschaft konnte man ein fast doppelt so großes Teilnehmerfeld am 22.August begrüßen, und auch die Spielstärke war nicht vergleichbar.

Es gewann der nicht nur aus der Olympiaauswahl in Dresden bekannte GM Daniel Fridman von Mühlheim-Nord mit 7,5 Punkten aus 9 Partien vor seinem nationalen Teamkollegen und besten Wiesbadener, GM Igor Khenkin (7 Punkte).

Fridman blieb mit einer starken Leistung als einziger ungeschlagen vor 79 weiteren Spielern, davon 15 Titelträger.

Die weiteren Platzierungen können dem Bericht des neuen 1.Vorsitzenden des SV Wiesbaden, Frank Mayer, auf der Vereins- Webseite entnommen werden.

-> http://www.wsv1885.de/?q=node/53

 

17. Bensheimer Active-Chess-Open

"Nur" 85 Spieler (und 8 Titelträger) möchte man denken, wenn man die nicht wenigen dreistelligen Anzahlen an Teilnehmern vergangener Jahre im Hinterkopf hat, die stets Anfang September ihren Weg nach Bensheim fanden.

Aber es gab eben auch hochkarätige Parallelveranstaltungen, die es schwer machen sich zu entscheiden.

Oft probiert, und wohl bislang ebenso oft gescheitert, aber das ist Schnee von gestern, hat es der aktuelle Sieger des Bensheimer Turniers, IM Vadim Chernov aus Heidelberg.

Er teilt sich den 1.Platz mit dem Karlsruher FM Christoph Pfrommer, wobei beide 8,5 Punkte aus 11 Partien holten, der Internationale Meister aber die bessere Zweitwertung aufweist, und, zwar nicht turnierentscheidenend, aber hübsch anzuschauen, auch als Einziger ungeschlagen blieb.

Bester Hesse, und damit noch einen Platz vor dem einzigen Großmeister im Feld, wurde als Dritter Michael Stockmann von den Schönecker Schachfreunden.

Schön aufbereitet findet man auf der Vereins- Webseite wenige Stunden nach dem Turnier alle Tabellen des Hauptfeldes und der Rating- und Sonderklassen. Ein Bericht, hoffentlich wie zuvor bebildert, ist für die kommenden Tage angekündigt. Da das ganze jetzt nur noch einen Mausklick  weit weg ist, kann man aber ruhig zweimal reinschauen:

-> http://www.sg31bensheim.de/ac_open/2010.html

 

7. LGA Premium Cup in Nürnberg

Ein üppiger Preisfonds, eine schicke Location und eine bestens aus sechs bisherigen Auflagen bekannte Veranstaltung machen aus einem Turnier einen erfolgreichen Event.

Einziger Makel: es ist nur Platz für 190 Teilnehmer. Was dazu führt, das die Veranstaltung im kommenden Jahr bereits jetzt überbucht ist, und die Veranstaltung für 2012 schon eine Teilnehmerliste aufweist!

Ein Drittel der diesjährigen Teilnehmer führt einen Titel des Weltschachbundes, und in die Top 20 des Endergebnisses schafften es immerhin 8 IMs, die damit ebensovielen GMs die lange Nase machen konnten.

Nach 7 Runden hatte aber der slovakische GM Lubomir Ftacnik seine Nase am weitesten vorn, und sicherte sich mit 6 Punkten bei 2 Remis den alleinigen ersten Platz.

Unser dreifacher Hessenmeister GM Vitaly Kunin kam als Zweiter der 15-köpfigen Verfolgergruppe hinter dem kanadischen GM Mark Bluvshtein als Gesamtdritter ins Ziel.

Weitere Hessen in der Verfolgergruppe sind GM Gennadi Ginsburg vom SV 1920 Hofheim auf Platz 7 und IM Anatoly Donchenko vom SK 1858 Gießen auf Platz 16.

Wer sich da noch so tummelte, und abschnitt, steht auf:

-> http://schach.lga.de

 

Zum Saisonbeginn: das hessische Schachprofi- Modell

Die Messer sind gewetzt, der letzte Feinschliff wird sich noch in dem einen oder anderen Training geholt, oder eben doch quasi autodidaktisch auf Turnierteilnahme gesetzt.

Wer zu letzterem neigt, wird sich nur da einschreiben, und neben seinem Geld auch Zeit investieren, wo es sich insgesamt am besten lohnt.

Nicht immer wird dabei auf den Mammon geschielt, denn anders sind sonst die von außen betrachtet enttäuschenden Teilnehmerzahlen bei hessischen Verbandsturnieren nicht zu erklären.

Bei den Mannschaftskämpfen wird man noch keine Einbrüche bei den Staffeln feststellen, da ja immerhin darunter, in den Bezirken, ein prall gefüllter Ersatzkanister zur Verfügung steht.

Eine wenigstens diesmal nicht halbierte Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr bei einem Turnier der ersten Stunde des Verbandes, dem Einzel- Pokalturnier Goldener Springer, kann nun wirklich nicht als Erfolg oder gar Aufwärtstrend angesehen werden.

Vergleicht man die tiefen Sorgenfalten auf den Wiesbadener Vorköpfen in deren Bericht zum Schloßpark Open mit denen der Großkopferten im Verband, wird man dort keine finden. Warum auch? Das Risiko tragen schließlich andere.

Der DSB hat so seine Sorgen mit dem lieben Geld und seinen stärksten Spielern. In Hessen scheint das nicht zu gelten; zumindest was die Kohle angeht, davon scheint es massig zu geben.

1800 Euro Preisfond für gut 40 Teilnehmer in einem Schnellschach- Turnier, und nochmal 750 Euro (plus echt goldener Nadel!) für ein Pokalturnier mit 28, 29 oder wieviel Teilnehmern?

Warum macht man aus dem Preisfonds keinen Antrittsfonds, so 20 Euro etwa, und bezahlt die Spieler fürs kommen, und zwar alle. Dann hätte man sogar, würden nicht wesentlich mehr kommen als jetzt, sogar noch etwas übrig um Aufwandsentschädigungen oder Reisekosten zu zahlen.

Mit der nächsten Beitragserhöhung ließe sich auch das locker wieder refinanzieren!

Noch schlimmer als der Umgang mit dem Geld ist aber der mit Informationen, hier Ergebnissen. Ein bereits seit Tagen feststehender Sieg eines hessischen 4er- Pokalsiegers wird geheim(?) gehalten, die ehrende Erwähnung verweigert, und eine komplette Teilnehmerliste im Saison- Auftaktturnier Goldener Springer wird ebenfalls nicht veröffentlicht.

"Hessen (ganz weit) vorn!"

Gruß,

Euer

Hans D. Post