- 16. Chess Classic: Levon Aronian neuer König im Schnellschach
- Jutta Ries erneut Hessenmeisterin
- Halbfinale im 4er- Pokal komplett
- Kasseler Schachtage in Vellmar
16. Chess Classic: Levon Aronian neuer König im Schnellschach
Wer weiß wie es ausgegangen wäre, wenn ich im Simultan gegen Aronian einfach 24. .. Lc5+ statt d4 gezogen hätte. Fritz hatte später dazu seine klare Meinung. Eine ganze Armada von Fritzen war auch der Meinung, wenn Anand es ins Finale geschafft hätte, dann hätte er auch das Dutzend vollgemacht......
So aber blieb Aronian im Simultan zum Auftakt der Chess Classic gegen 40 Gegner ungeschlagen (34+, 6=, 0-), und schnappte sich später auch noch gegen den Überraschungsfinalisten Ian Nepomniachtchi aus Russland in Anands Wohnzimmer dessen lange gehütete Schachkrone und das Siegerjacket zum Ende des Festivals einfach weg.
Der armenische Goldmedaillengewinner der letzten beiden Schacholympiaden erhielt zugleich in einem Event den Beweis, das es schwerer ist einen Titel zu verteidigen, als einen zu gewinnen. Vor seinem wohl größten Triumpf im Schnellschach musste er den Titel des Chess960 Weltmeisters an den US-amerikanischen GM Hikaru Nakamura abtreten, der damit eindrucksvoll seinen FiNet- Open Sieg aus dem letzten Jahr krönte.
Den Wettkämpfen der Weltbesten waren vier Open als Begleitung jeweils tagsüber vorangestellt. Und nicht selten waren die absoluten Top- Spieler im Turniersaal anzutreffen. Die Autogrammstunden der Stars vor dem Start der Open kann man schon als obligatorisch betrachten und werden nicht nur von den Jüngsten gerne in Anspruch genommen.
Trotz bester Spielbedingungen überrascht es jedoch, das die beiden Jugend-Open, Mini-ORDIX im klassischen Schach am Dienstag und Mini-FiNet, also Chess960, am Mittwoch, nicht den Anklang bei den Jugendlichen bis 16 Jahre finden. Kann es nur an fehlenden Geldpreisen liegen? War es in der Urlaubszeit zuviel mitten in der Woche ein paar Runden Schnellschach zu spielen? Wer aber mitspielte, entschied sich kurzfristig auch noch am Mittwoch das Chess960 mitzuspielen, hier wurde anders als beim klassischen Jugend- Open noch eine Steigerung der Teilnehmerzahl erzielt.
Alexander Donchenko vom SK 1858 Gießen sicherte sich jedenfalls den ersten Open- Titel der CCM9 mit einem überlegenen 6 aus 7 Sieg vor Dominik Will vom SC Bad Nauheim, der damit bester seiner U14 Altersklasse wurde. Alex selbst war damit nicht nur der beste Spieler des gesamten Turniers mit insgesamt 71 Teilnehmern, sondern natürlich auch der beste seiner Altersklasse. ELO 2009 und noch in der U12! Herzlichen Glückwunsch! Weitere hessische Triumphe gab es außerdem in den Altersklassen U10 (Sieg durch Robert Baskin vor Denis Mager, beide TuS Makkabi Frankfurt) und U8 (Sieg von Samuel Weber vom SC Flörsheim 1921). --> http://www.chesstigers.de/ccm9/tournamentresult.php?kat=8&reducesize=1&tournament=miniordix&class=1&round=7
Vielleicht hätte er auch die gleiche Leistung im Chess960 FiNet Mini Open tags darauf wiederholen können, aber da feierte er wohl noch den Sieg vom Vortag. So sicherte sich Lokalmatador Johannes Carow den Turniersieg. Hessens Ehre wurde duch Sonja Maria Bluhm gesichert, die insgesamt den vierten Platz erreichte und ihre Altersklasse U12 gewann, während Bruder Achim sich den Sieg in der U16 sicherte. Robert Baskin, Denis Mager und Alexej Paulsen, allesamt vom TuS Makkabi Frankfurt, sicherten sich die vorderen Plätze bei der U10, und Samuel Weber konnte immerhin den zweiten Platz seiner Altersklasse U8 feiern. --> http://www.chesstigers.de/ccm9/tournamentresult.php?kat=8&reducesize=1&tournament=minifinet&class=1&round=7
Mit dem Chess960 FiNet Open und seinen 263 Teilnehmern, davon über 100 Titelträger, nahm die Gesamtveranstaltung so langsam Fahrt auf. Die absolute Spitzenleistung an Teilnehmern aus dem Jahr 2007 konnte nicht erreicht werden, aber die Zahl aus dem Vorjahr wurde damit deutlich übertroffen. Gewonnen hat Open- Spezlialist Alexander Grischuk aus Russland, vor Gata Kamsky aus Brooklyn/NYC, also den USA. Ex-Weltmeister Kasimdzhanov wurde Dritter, der Turnierfavorit Vugar Gashimov mit ELO 2740 kam auf Platz 27 an, und der letze 2700er ist auf Platz 34 zu finden. Irgendwie klar, das Hessen da nicht so weit vorne platziert sind. Nehmen wir also ein paar Wildcards in die Hand und damit den Hessischen Schnellschachmeister von 2007, Georg Meier von Werder Bremen auf Platz 9. Oder Chess Tiger Klaus Bischoff, immerhin in Frankfurt beheimatet, auf Platz 38. Und da kommt er dann auch schon: der beste Teilnehmer des Hessischen Schachverbandes auf Platz 46, Sergey Galdunts von den Freibauern Mörlenbach/Birkenau; immerhin auch schon mal in der Liste der Hessischen Schnellschachmeister vertreten (2006). --> http://www.chesstigers.de/ccm9/tournamentresult.php?kat=3&lang=0&reducesize=1&tournament=finet&class=1&round=11
Die Meisterprüfung für jeden Turnierveranstalter ist sicherlich das anschließend ausgetragene ORDIX-Open. Mit knapp 700 Teilnehmern, einem mehr als 2008, davon ein Viertel Titelträger, Top10-Schnitt 2718, ist es das weltweit am stärksten besetzte Schnellschach- Open; seit Jahren! Pünktlich zum Rundenbeginn waren die knapp 350 Paarungen auf 4 großen Flachbildschirmen und 3 Beamer Projektionen veröffentlicht. Lediglich eine Partie wurde nachgepaart, woraus man ablesen kann, welche organisatorische Meisterleistung an den Anmeldetischen vollbacht wurde, und wie diszipliniert die Teilnehmer sind! Die Einhaltung der Rundenzeiten ist ein Dogma bei den Chess Classic, und das spricht sich herum. An vier Meldetischen können die Spieler ihre Ergebnisse aus den elf Runden abgeben, und zugleich selbst die korrekte Eingabe auf den großformatigen Bildschirmen prüfen. Am beliebtesten bei den Freiwilligen natürlich der Ergebnisplatz 1, wo sie alle mehr oder weniger cool ihre Resultate präsentieren: Naiditsch, Akopian, Gashimov, Kamsky, Nakamura, Bacrot, Khalifman, Grischuk, Navara usw usw alle kommen sie hier vorbei. Am fleissigsten war Shakhriar Mamedyarov aus der Mainzer Partnerstadt Baku, also Azerbeidschan. Nur einmal, in Runde 6, kam Peter-Heine Nielsen statt seiner zum Melden vorbei. Aber auch nur, weil er als Weißer dem neuen ORDIX Open Champion ein Remis abtrotzte und damit "die Pflicht" zur Meldung bekam. Neun Siege und ein Weißremis in der Schlußrunde ließen 10 Punkte, und damit einen neuen CCM- Rekord, auf der elektronischen Tabellenanzeige für den Sieger erscheinen. Eine Turnierperformance von beinahe 3000!
Vereinnahmen wir mal wieder Georg Meier (Platz 28) und Klaus Bischoff (Platz 39), so könnte man denken, das sich in den Top100 nicht so viel hessisches Spielgut finden läßt. Doch bereits auf Platz 47 erscheint Gennadi Ginsburg vom SV 1920 Hofheim, Horst Alber vom SK Marburg auf der 69, und der neue Frankfurter Stadtmeister Jacek Dubiel von der SSG Hungen/Lich auf Rang 71. Gata Kamsky wurde übrigens 89.!
Knapp 150 Spieler des Hessischen Schachverbandes bilden die größte Gruppe innerhalb eines Landesverbandes im ORDIX-Open, mit jährlich wachsender Tendenz. Trotzdem schnappte sich den Preis der besten 4er Mannschaft der SV Würzburg, die mit einem TWZ Schnitt von 2137 das erfolgreichte Team nahe und unterhalb der Marke von 2150 (etwa der Teilnehmerschnitt) stellten.
Der Sieg in der Ratingklasse 3 der Spieler unter TWZ 2000 ging an den Bad Sodener Ralf Kellerwessel, und Hans-Gerhard Brendel vom Königsflügel Lindenholzhausen war der beste Spieler mit einer TWZ unter 1750. --> http://www.chesstigers.de/ccm9/tournamentresult.php?kat=4&reducesize=1&tournament=ordix&class=1&round=11
Wer wie ich einigermassen intensiv mit der Durchführung des Turniers beschäftigt war, wenn auch nur eines von vielen Rädchen im Uhrwerk, die perfekt zusammen harmonieren, dann wacht man am Montag noch im Hotel auf, blickt noch einmal auf die vorbeiziehenden Schiffe auf dem Rhein, und kann doch nicht verstehen, das das alles schon wieder vorbei sein soll. Rückrunde!
Jutta Ries erneut Hessenmeisterin
In die Fußstapfen von Otilie Stibaner tritt Jutta Ries vom Klub Fallender König Babenhausen nach ihrem 5.Titelgewinn bei den Hessischen Frauenmeisterschaften in Korbach. Als Favoritin ins Turnier gegangen und nur eine Ulrike Storkebaum als ernsthafte Konkurrentin im Feld. Wir wünschen viel Erfolg bei den Deutschen Meisterschaften und einen Herzlichen Glückwunsch!
Halbfinale im 4er- Pokal komplett
Der SK Marburg, die Sfr.Neuberg, der SV Lahn Limburg und die VSG Offenbach sind die Halbfinalisten um den letzten Titel, den der Verband noch in dieser Saison zu vergeben hat. --> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20082009/4pokal/50vp4_03.htm
Kasseler Schachtage in Vellmar
Knapp 100 Teilnehmer fanden sich, immerhin während in Mainz ein Turnier der Weltklasse stattfand, in Vellmar bei Kassel zu den erstmals veranstalteten Kasseler Schachtagen zusammen. Wunsch der Veranstalter war es, den verlorenen Faden hochkarätiger Schachturniere wie Baunatal oder Hermannen- Open neu zu spinnen. Und während im 100km Radius zwei weitere Schachveranstaltungen um Teilnehmer buhlten, war man mit jeweils 30 Teilnehmern in den A, B und C Open laut Veranstalterseite zufrieden.
FM Alexander Markgraf vom SC Tempo Göttingen nahm als einziger Titelträger im Feld seine Chance war und gewann das A-Turnier souverän. Joachim Kaiser vom FSK Lohfelden im B-Turnier und Julia-Christin Lämker von den Sfr.Korbach im C-Turnier sorgten für Turniererfolge lokaler Vereine. --> http://www.kasseler-schachtage.de/
Gruß, und eine schöne Woche,
Euer
Hans D. Post |