| Hessenschach 09/27 | | Drucken | |
| Dienstag, den 22. September 2009 um 19:25 Uhr |
Zum Saisonauftakt: die Avantgarde hinkt den Erwartungen hinterher....Wohl selten hat der Hessische Schachverband eine turbulentere Saison hingelegt als in der vergangenen; sportpolitisch gesehen.
Zwei Kongresse sowie ein Präsident, der unter allen Umständen und unter Einsatz jeglicher Mittel nicht gehen wollte. Ein Kandidat, der nicht alles wagte und deshalb außen vor blieb. Und schließlich sogar noch einer, der es nicht wurde, weil es eben doch blöd aussieht, wenn man sich nur selbst vorschlägt.
Nach all dem wilden Getrommel, das als "strukturelle Integrität" intoniert auf dem außerordentlichen Kongress dann seinen bettelnden Höhepunkt fand, sollte nun der Weg auf zu neuen Ufern angegangen werden. Nun, die Landungsboote sind noch nicht in Sicht, aber die neue Saison hat trotzdem schon mal begonnen.
Avantgardistisch ist das Abwarten der Zeit wahrlich nicht, eher zwangsläufig, und somit eigentlich unausweichlich.
Der erste Einzelwettbewerb der Saison, das Hessische Pokalturnier "Goldener Springer", geht jedenfalls wie der letzte der vergangenen Saison, die Hessische Schnellschachmeisterschaft, mit einem Teilnehmerrückgang an den Start.
Und sicherlich wird noch manchem im Gedächtnis haften, das bei der letzten Einzelmeisterschaft in Idstein fast doppelt soviele Stimmen im Kongress vertreten waren, wie Spieler an den Tischen saßen.
Nun, bei den gerade begonnen Mannschaftswettkämpfen braucht man sich verbandsseitig keine Sorge über einen Teilnehmerrückgang machen. Ge-Sandwich-ed, also bequem zwischen der Basis der Bezirksklassen und den obersten Spielklassen des DSB, brauchte es sicher ein paar Jahre, bis dieses Veranstaltungsmonopol auch trocken gelegt würde.
Als flankierende Maßnahme dazu dient schon mal eine doppelte Buchführung der Wettkampfkarten für die Vereine (Eintrag auf der Karte und heuer anschließend nochmal im Internet) bzw deren Mannschaftsführer. Ob der Mehrwert, eine sicherlich genauso uferlose wie beeindruckende Statistik zu allen einzelnen Partien, den Aufwand lohnen?
Da nun außer der Ausschreibung kaum noch etwas vom Verbandsturnierleiter abverlangt wird (die Software, die das alles unterstützt läuft seit Jahren beim Schachverband Württemberg), sinkt fühlbar die Fehlerquote; zumindest sind wenn, dann andere schuld.
Die ELO- Auswertung kann nun wenigstens nicht mehr vergessen werden, da diese gleich für alle hessischen Spielklassen abgeschafft wurde.
Das schöne ist, das das, wenn auch eher indirekt, vom Kongress abgesegnet wurde. Etwa so, wie Abgeordnetendiäten ja auch vom Bundestag, unseren gewählten und delegierten Volksvertretern, erhöht werden.
Wie stets hat der Entsender nun weniger, bei gleichem....oh, Halt, noch ein Beschluß der Delegierten..., natürlich bei leicht erhöhten Beiträgen.
Wir schalten um zum Sport......
Auftakt der VerbandswettkämpfeWie schon erwähnt, werden ab diesem Jahr das erste Mal seit langer Zeit keine ELO Zahlen für die Mannschaftswettkämpfe berechnet werden; DWZ aber schon! Und der Kampf auch um bereits verlorene Stellungen (und DWZ- Punkte) wird uns erhalten bleiben.
Übrigens genauso wie die Ergebnisveröffentlichung auf diesen Seiten, obwohl aus nachvollziehbaren Gründen leicht der Verbandsveröffentlichung hinterherhinkend.
Eine Übersicht der sieben Spielklassen findet sich wie immer im Ergebnisdienst unter dem Link: --> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50mk.htm
wo man zentral jede Spielklasse, jede Runde, mit einem Mausklick erreichen kann. Zum Beispiel natürlich die
HESSENLIGADer SK Marburg wird als gerade frisch gebackener Vereins- Pokalsieger an der Tabellenspitze der Hessenliga begrüßt, und mehr als 8 Brettpunkte gehen auch nicht. Brett vorm Kopp 2 war wohl mental noch nicht soweit, das man hätte den Weg nach Marburg antreten können. Dotzheim, Bad Homburg und auch der SV Wiesbaden siegten in ihren Heimspielen jeweils mit 6,5-1,5 und ließen ihren Gegnern aus Lorsch, Dettingen und Kassel nur das Nachsehen. Da auch Hofheim 2 sein Auftaktmatch gegen die Eppsteiner Nachbarn gewann, ist eine Zweiklassengesellschaft in Hessens höchster Spielklasse perfekt. In etwa sechs Monaten werde ich diesen Newsletter wieder rauskramen und nachlesen können, das ich mich für den SV Wiesbaden als eindeutigen Favoriten auf den Aufstieg geoutet habe. --> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50hl_01.htm
VERBANDSLIGENWeit näher beieinander liegen die Sieger in der Verbandsliga Nord, wo Caissa Kassel mit 5-3 gegen Bad Hersfeld schon den höchsten Tagessieg landete. Im Süden gab es zwar die beiden 7-1 Siege von Bensheim und Griesheim, aber auch schon zwei Viervier. --> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50vln01.htm --> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50vls01.htm
LANDESKLASSENGerademal ein einziges Viervier gab es in den zwanzig Begegnungen der vier Staffeln der Landesklasse, und ein Sieg mit 5 bzw 5,5 Punkten waren der Erstrundenstandard. Der höchste Tagessieg, 6,5-1,5, gelang dem Team 1 der Schachfreunde Frankfurt, die ihre zweite Mannschaft von den Tagträumereien eines möglichen Punktgewinns wieder auf den Boden bzw an den Tabellenkeller zurückholte. Zu den Tabellen und Einzelergebnissen: Nord--> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50lkn01.htm West--> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50lkw01.htm Ost---> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50lko01.htm Sued--> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20092010/mk/50lks01.htm
Marburg holt den Hessischen ViererpokalBereits Ende August gewann der SK Marburg im Finale gegen die VSG Offenbach den Hessischen Viererpokal im Heimspiel mit 2.5-1,5. Herzlichen Glückwunsch! --> http://hessische.schach-chroniken.net/50vp4_historie.htm
Hessisches Pokalturnier Goldener SpringerNur 50 Teilnehmer an drei Spielorten, das ist definitiv für ein Hessisches Pokalturnier bei gleichzeitiger Qualifikationsmöglichkeit für ein Turnier auf nationaler Ebene zu wenig! Würde man den Preisfonds nehmen und daraus Antrittsgelder machen, sagen wir 5 Euro pro Starter, so würde man mehr als die doppelte Teilnehmerzahl generieren können. Unternehmen schmeissen übrigens eine Unmenge Geld dafür aus, um für Ihre Produkte zu werben. Manchmal hilft es auch einfach, ein wenig mehr eigene Leidenschaft zu entwickeln, um andere zu begeistern. Doch wie überzeugt man einen Fisch (und macht dieses überreden wirklich Sinn), das es im Wald eine gesunde Luft zum Atmen gibt? Übrigens: mit (nahe) Null Eigeninitiative schaffte es dieses Traditionsturnier gerade mal zu 27 Teilnehmern vor etwa zwei Jahren. Die für den 10.Oktober angesetzte zweite Runde fällt wegen der geringen Beteilgung schon mal aus. Wer dieses Jahr dabei ist, und wie es im Einzelnen ausging, steht hier: --> http://hessische.schach-chroniken.net/50gs__historie.htm
Deutsche Schnellschachmeisterschaft in KielAm vergangenen Wochenende, ja genau, das an dem gut Dreiviertel aller spielaktiven Hessen zur Auftaktrunde in den Verbandswettkämpfen antraten, fand in Kiel die Deutsche Schnellschachmeisterschaft statt. Fast schon mit Ansagen nahmen die beiden qualifizierten Teilnehmer des Hessischen Schachverbandes wohl auch wegen ihrer Verpflichtung zur Teilnahme an den lokalen Wettkämpfen, nicht an dieser Meisterschaft teil. Sicherlich hat niemand Schuld an dieser Terminplanung, die fallen eben einfach irgendwann mal vom Himmel; in etwa so wie die U20 Fußball- Europameisterschaft in Ägypten gerade jetzt stattfindet, wo nicht nur in der Bundesliga schon wieder der Teufel los ist. Bekanntlich ist keiner(!) der von Trainer Hrubesch für den Top- Kader ausgewählten Spieler dabei. Auch für die UEFA und den DFB sind wohl Planungsinstrumente ein Greuel. Ach ja, DSSM in Kiel. So ganz ohne Hessen geht's dann aber doch nicht und Oberliga- Spieler IM Stefan Reschke, diese Klasse beginnt erst später, ließ sich breitschlagen und nahm den Weg an die Ostsee auf sich. Sportlich lief's im 32er Feld für ihn nicht so berauschend: aus zwei Tagen Schnellschach sprangen gerade mal 50%, also 5,5 Punkte raus. Das hat er schon besser gemacht; und wird er auch wieder! Ein wenig Zahlenwerk gibt es beim Ausrichter unter (etwas Geduld bitte, der Link war teilweise nicht erreichbar...): --> http://www.schachverband-sh.de/dsem2009
18.Deutsche Länder- MM der Senioren28 Viererteams der Senioren trafen sich im thüringischem Finsterbergen, um die vom Seniorenwart des Hessischen Schachverbandes, Turnierdirektor Helmut Escher, organisierte Ländermeisterschaft auszuspielen. Da eine ungerade Anzahl Mannschaften drohte, konnte Hessen ein drittes Team stellen. Sehr olympisch!
Team Hessen 1 ging sogar in der nach DWZ geführten Startrangliste auf Platz 1 ins Rennen, konnte aber diese Verpflichtung nicht stemmen. Gegen den späteren Vizemeister Baden gab man beide Mannschaftspunkte ab (1-3 Niederlage), und gegen den Dritten, Team Berlin 1, ebenfalls (1,5-2,5). Schließlich durfte man in der Schlußrunde noch Sachsen-Anhalt 1 mit einem Viervier den Steigbügel zum alleinigen Turniersieg halten. Und dann war's halt nur Platz 5, knapp hinter Bayern, und genauso knapp vor Hessen 3. Hessens zweite Mannschaft erfüllte mit Rang 16 exakt die Erwartungen. --> http://schachbund.de/Senioren/sen_meisterschaften/sen_meisterschaft_2009/dsen_mm2009/dsen_mm2009_tab.htm/18dsen_mm2009_fortschr.htm
Neue Vereine im Hessischen SchachverbandHeckershausen? Somplar?? Niederneisen?? Ähem, nie gehört? Wer sagt denn das Schach nicht bildet! Also bitte, die neuen Vereine und Abteilungen aus Hessen, die in jüngster Zeit trotz allgemeinem Mitgliederschwund den Weg in die Vereinslisten des Deutschen Schachbundes gefunden haben sind:
Bezirk 1: SV KK Heckershausen Bezirk 1: SV Schneller Läufer Edertal 2009 Bezirk 3: Sabt TSV 1907 Allendorf/Lumda Bezirk 3: SG Turm Somplar Bezirk 4: Sfr.Heusenstamm Bezirk 5: Sabt TSG 1888 Nieder-Erlenbach Bezirk 5: SC Königliche Trakehner Oberursel Bezirk 8: Sfr Stiller Zug Wiesbaden Bezirk 9: Sabt TuS Niederneisen
Über den Link --> http://hessische.schach-chroniken.de/handbuch/bezirke.htm erreicht man übrigens eine Hessenkarte, bei der über die Auflistung rechts davon eine weitere Liste getrennt nach Bezirken angewählt werden kann. Dort wiederum stehen am Ende der jeweiligen Liste die Links zu den neuen Klubs, die sich teils schon eigene hübsche Seiten gebastelt haben. Alles Gute und viel Erfolg!
SCHACHWELT: Das neue Magazin für Schachspieler"Die neue SCHACHWELT möchte unterhalten, informieren und dem Leser helfen, die Spielstärke zu verbessern. Ein Team prominenter Autoren der Schachszene unterstützt (...) bei der Umsetzung mit festen Rubriken: Prof. Dr. Christian Hesse, GM Jörg Hickl, GM Dr. Robert Hübner, IM Stefan Löffler, GM Christopher Lutz, IM Georgios Souleidis, GM Artur Jussupow und IM Frank Zeller."
Soweit die eigene Vorgabe von Herausgeber und mittlererweile Schach- Tausendsassa Jörg Hickl. Indes:
Die Namen der Autoren kommen einem allzu bekannt vor, eben aus den anderen Druckausgaben zum Thema Schach und/oder auch dem Internet. Lernt man dort dann nichts oder weniger von denen? Ist das ein neues Konzept?
Selbst aus der Ferne betrachtet bietet das Titelbild der Ausgabe 1, erhältlich im Bahnhofsbuchhandel (die erste Ausgabe mit dem Index 0 war frei zum Download im Internet verfügbar), keinen hohen Wiedererkennungswert zum Thema Schach. Da geht noch was.
Bereits in der Hand haltend schreckt der nächste x-malige Aufguss zum Thema "Doping im Schach" (leider dann auch wieder im Innenteil mit Rekrutierungsaufruf für Pillentests) auf der Titelseite schon wieder ab; und genauso vom eigentlich schönen Fotoschuß in die Menschenmenge des Zürcher Hauptbahnhofes anläßlich der SG- Jubiläumsveranstaltung, doch tauschen möchte ich die Schachwelt schon jetzt nicht mehr.
Nun gut, Robert Hübners Erinnerungen an seinen ersten Besuch in einem Schachklub, so wie er es erzählt, einer verräucherten Kneipe am Stadtrand vom ansonsten schönen Köln, sind zumindest unterhaltsam.
Die Taktikecke ist dagegen genau richtig, obwohl vom Leitthema zu durchsichtig, und die Lösungsseite ist auch nicht zu weit weg. Hefte, nur aus Diagrammen bestehen, sind eigentlich ihr Geld nicht wert. Also insofern ein weiteres Plus für den Neuling am Markt.
Das Überfliegen des Editorial des Herausgebers und der restlichen Rubriken macht Mut, tiefer ins Detail zu gehen. Und in meinem vor mir liegenden Urlaub wird das Heft dabei sein.
--> http://www.schach-welt.de
Gruß
Euer
Hans D. Post
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