| Hessenschach 11/11 |
| Samstag, den 30. April 2011 um 16:17 Uhr | |||
Frankfurter Stadtmeisterschaft vor neuem RekordMit 150 Voranmeldungen wenige Tage vor Beginn der Offenen Stadtmeisterschaften von Frankfurt "droht" dem veranstaltenden Bezirk ein Festival der Rekorde.
Ein paar zusätzliche Fakten:
Anmeldungen sind auch kurz vor Rundenbeginn am Montag, den 2.Mai noch möglich. Wie stets in den letzten Jahren sind ausreichend und kostenlose(!) Parkplätze direkt an der Halle verfügbar, außerdem befindet sich eine U-Bahn- Haltestelle in kurzer Laufweite zur Halle.
Für Zuschauer und Besucher stehen für freie Partien und Analysen Spielplätze abseits des Turniersaals zur Verfügung; mit direktem Zugang zu Speis und Trank!
Herzlich Willkommen!
--> http://fsm.schach-chroniken.net
6.Ried- Open gestartetGanz im Süden Hessens startet mit dem 6.Ried- Open eine ganze Serie offener Turniere über die kommenden Monate. Mit 137 Spielern hat man sich in Einhausen nun in ein 130er Feld eingependelt, nach 139 und 131 in den beiden Vorjahren. Angefangen hat man 2006 noch mit 53 Spielern. Ob da nicht jemand als Landespielleiter Hessens agieren möchte.....
Nach zwei von sieben Runden liegen noch über 20 Spieler mit der vollen Punktausbeute vorne. Mit der Niederlage von IM Vadim Chernov hat das Turnier auch schon frühzeitig eine spielerische Überraschung zu bieten.
Wer's war, steht hier:
Zur Hessischen Einzelmeisterschaft und Kongress 2011Mit FM Horst Alber gewann in Gladenbach einer der beiden Jung- Senioren, oder ein in die Jahre gekommener Jugendlicher (klingt besser, oder?), das Turnier und den Kampf um den Titel des Hessenmeisters 2011. Merke: eine "ahle Worscht" kommt auch spät noch zur vollen Entfaltung! Herzlichen Glückwunsch jedenfalls nach Marburg!
Alber konnte den zweiten Turnierfavoriten, den eine Generation jüngeren FM Hagen Poetsch von den Schönecker Schachfreunden, um die bessere 1.Feinwertung auf Distanz halten und damit seinen zweiten Titelgewinn feiern.
Dritter wurde ein zweiter Youngster im Turnier, der Neuberger Christopher Seifert. Durch sein Remis gegen Alber in der Vorschlußrunde sorgte er zunächst für helle Freude bei Poetsch, der damit alleine in Führung lag. Doch auch Poetsch musste sich von Seifert noch ein Remis in der letzten Runde abknöpfen lassen und nach Albers Schlußrundensieg den Traum vom ersten Hessenmeister- Titel begraben.
Ausschlaggebend für den Erfolg von Horst Alber war sein Auftaktsieg gegen Poetsch, der damit erst mal seine Favoritenrolle ad acta legen musste. Alber blieb zudem im Turnierverlauf ungeschlagen.
Als vierter Teilnehmer komplettierte Valerij Krenz vom TuS Dotzheim das Feld, und landete auf dem letzten Platz.
Nur 4 Teilnehmer bilden einen absoluten Tiefpunkt in der 65- jährigen Geschichte der Meisterturniere des Hessischen Schachverbands. Die Spieler füllten mit sich selbst das Feld auf und spielten jeweils drei Partien gegeneinander.
Leider setze sich dieser Trend bis in die nach DWZ aufgeteilten Turniergruppen A - F fort, denn nur 84 weitere Spieler meldeten zum Wettkampf unterhalb der Meistergruppe. Das Turnier A wurde mangels Masse mit der Bruppe B zusammengelegt. 10% der Teilnehmer kamen aus anderen Landesverbänden.
Auch das bildet einen traurigen Höhepunkt in 65 Jahren, was nicht alleine nur schlechten Bahn verbindungen, fehlenden Bahnhöfen, späten Ostern oder ähnlichem Ausreden angelastet werden kann.
--> http://hessische.schach-chroniken.net/50hem_historie.htm
Über eine Schnellauswahl kann man übrigens hier alle Details zu dieser Meisterschaft finden: Ergebnisse, Tabellen, Notationen, Fotos usw --> http://hessische.schach-chroniken.net/hsv/20102011/hem/50hem_ov.htm
Das auf dem Osterkongress gesetzte Signal, keinen Turnierleiter für Einzelwettkämpfe zu wählen bzw zu bestimmen, und damit auch erstmal keinen Landesspielleiter zur Verfügung zu haben, verheisst keinen Neustart in bessere Zeiten.
Sicher, es ist vordergründig nicht die Schuld des Vorstandes, wenn sich keiner zur Wahl stellt. Aber:
das hochpräsidiale Gerede um einen intakten Vorstand, in dem scheinbar jeder gerne und hocherfeut mitarbeitet, der Zeichen setzt, der eine klare Strategie hat usw usw, waren eben letztlich nicht mehr als das: Gerede!
Zugedröhnt von der Wichtigkeit über Doping- Testreihen und das der Hessische Schachverband doch sehr stark (und einflussreich) in oberen Funktionärskreisen des DSB vertreten sei, das der Leistungssport und das Seniorenschach, die hessische Schachjugend sowieso, und jetzt auch das Frauenschach noch boomen, ließ die Mehrheit der Mitglieder später die Hand zu einer stattlichen Beitragserhöhung heben. Der Erfolg will ja schließlich bezahlt sein.
Das die hessische Schachjugend sich ungern ihr erfolgreiches Konzept kaputtmachen läßt und sich autark vom Verband geben kann, ist einsichtig. Hier wird nichts gespart.
Auch der Seniorenreferent weiß eine Meute einflussreicher Vielspieler hinter sich, die eine Menge erlebt haben und sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen werden; wenn es denn einer wagen sollte.
Der Leistungssport wird durch bezahlte Trainer auf ein erfreulich hohes Niveau im Bundesvergleich gehoben; zumindest solange, wie auch andere, große Landesverbände wieder diese Notwendigkeit entdecken und den Anschluß suchen werden. Soll man dieses Zugpferd kaputtsparen?
Bleibt noch das Frauenschach, das einen erfreulichen, wenn auch noch nicht einen in der Breite erkennbaren Aufschwung genommen hat. Eine andere Frauenquote als Null im Präsidium wurde denn auch noch nicht eingeführt. Und hier im Etat gibt es so gut wie nichts zu streichen.
Was haben diese Geschäftsfelder übrigens gemeinsam? Eine Ressortleitung, die nicht nur eine Turnierordnung pflichterfüllend und anbetend umsetzt, sonderen offensichtlich auch den Willen und die Freude hat, etwas Vorzeigbares zu formen.
Allerdings darf man bei all diesen Erfolgen nicht verkennen, das trotzdem die Mitgliederzahlen, wie seit einigen Jahren wieder, weiter sinken. Das man sich dann in der schnellen Analyse dem DSB- Trend unterwirft, der ja schließlich auch rückläufig sei, und nicht die Steigerung einiger hessischer Bezirke als Vorbild nimmt, leuchtet aus Sicht der Verantwortlichen ein.
Es wird nun schwer sein, etwas ähnlich Williges für den Posten des Landesspielleiters zu finden. Solange steht der Vorsitzende gerade für dieses Amt; oder keiner. An beiden prallt Kritik stets wundersam ab.
Erstaunlicherweise, traurig zugleich, ergibt sich im Ressort der Einzelwettkämpfe das größte Einsparungspotential: die jeweils garantierten Preisfonds spiegeln nicht mal annähernd die Startgelder der Teilnehmer, und damit neben Mitgliedsbeiträgen die Einnahmequelle schlechthin, wieder.
Und wie hieß es doch im Ausklang des Kongresses nach der Wiederwahl im Schlußwort: "die Motivation läßt schon ein wenig nach" und neue Kräfte wurden gerufen, um sich um Posten und Ämter zu bewerben. Es ist noch keine zwei Jahre her, da wurde mit härtesten Bandagen gekämpft, um ja im Amt bleiben zu können.
Aber nicht nur meine Befürchtung ist, das der Markt für Nachwuchskräfte ein wenig verlaufen ist.
Gruß, und ein paar schöne Tage in den Turnieren wünscht
Euer
Hans D. Post
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